Fastening57 · Planungswissen

VHF Fassade
Planen, Verstehen, Umsetzen

Die vorgehängte hinterlüftete Fassade (VHF) ist die technisch anspruchsvollste und langlebigste Fassadenkonstruktion. Alles was Architekten und Planer wissen müssen — und die passenden Befestigungssysteme direkt konfigurierbar.

VHF auf einen Blick
NormDIN 18516
Hinterlüftungmin. 20 mm / 200 cm²/m
UntergründeBeton · Mauerwerk · Holz
BekleidungenHPL · Faserzement · Stein
SystemConArc · L-Konsolen

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DIN 18516-1

Maßgebende Norm (Stand 2024)
200 cm²/m

Min. Lüftungsquerschnitt bei 20 mm
74–260 mm

Wandabstand je nach System
30+

Befestigungsvarianten

Grundlagen

Was ist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade?

Die VHF ist ein mehrschichtiger Fassadenaufbau bei dem die Bekleidung mit Abstand zur Wand befestigt wird. Der Luftspalt dazwischen ist das entscheidende Merkmal — er schützt vor Feuchtigkeit, verbessert den Wärmeschutz und verlängert die Lebensdauer erheblich.

Schichtaufbau von innen nach außen

1. Tragwand
Beton, Mauerwerk, Holzrahmenbau oder Stahl — der Untergrund bestimmt die Befestigungsart
2. Dämmung
Mineralwolle oder Hartschaum, je nach Anforderung 60–200 mm stark
3. Unterkonstruktion
Wandhalter + Profile — hier kommen Fastening57-Systeme zum Einsatz
4. Hinterlüfteter Spalt
Min. 20 mm Luftspalt, Querschnitt min. 200 cm²/m nach DIN 18516-1 (Stand 2024)
5. Bekleidung
HPL, Faserzement, Naturstein, Keramik, Aluminium, Holz u.v.m.

📋 Maßgebende Normen & Regelwerke

  • DIN 18516-1 (2024) — Außenwandbekleidungen, hinterlüftet: Mindestlüftungsquerschnitt 200 cm²/m bei 20 mm Spaltbreite
  • EAD 330284 — Ersetzt ETAG 034; regelt Kunststoffdübel für Beton und Mauerwerk
  • EAD 330076 — Injektionsanker für Mauerwerk
  • EAD 330232 — Metallanker für Beton
  • EAD 090062 — Regelt die gesamte VHF / Fassadenbekleidung als System
  • DIN EN 1991 — Windlasten: maßgebend für Dimensionierung der Unterkonstruktion

Warum VHF?

Vorteile der hinterlüfteten Fassade

Die VHF ist die technisch überlegene Fassadenkonstruktion — besonders bei Anforderungen an Langlebigkeit, Wärmeschutz und Gestaltungsfreiheit.

💧 Feuchteschutz

Der hinterlüftete Spalt verhindert Tauwasserbildung und ermöglicht das Austrocknen eindringender Feuchtigkeit. Die Konstruktion ist dauerhaft trocken — kein Schimmel, kein Frostschaden.

🌡️ Wärmeschutz

Durch die vollflächige Außendämmung ohne Wärmebrücken wird ein sehr hoher U-Wert erreicht. VHF-Konstruktionen erfüllen problemlos KfW-Effizienzhaus-Anforderungen.

🔇 Schallschutz

Die mehrschichtige Konstruktion mit Dämmung und Luftspalt reduziert den Schallpegel von außen erheblich — relevant bei Straßenlärm oder Gewerbegebieten.

🎨 Gestaltungsfreiheit

Nahezu jedes Bekleidungsmaterial ist möglich: HPL, Faserzement, Naturstein, Keramik, Aluminium, Holz oder Solar. Sichtbare und verdeckte Befestigung wählbar.

🔧 Wartung & Austausch

Einzelne Platten können ohne Eingriff in die Dämmebene ausgetauscht werden. Die Unterkonstruktion bleibt zugänglich — geringer Wartungsaufwand über die gesamte Lebensdauer.

♻️ Sanierungseignung

VHF-Systeme können auf bestehende Fassaden aufgebracht werden ohne den Innenbereich zu beeinträchtigen. Besonders wirtschaftlich bei Bestandssanierungen.

Planung

VHF Fassade in 5 Schritten planen

Von der Untergrundanalyse bis zur Bestellung — so läuft die Planung einer VHF-Fassade mit Fastening57 ab.

1

Untergrund bestimmen

Beton, Mauerwerk, Holzrahmenbau oder Stahl — der Untergrund bestimmt Dübel, Wandhaltertyp und Achsabstände

2

Wandabstand festlegen

Dämmstärke + Luftspalt (min. 20 mm) + Profiltiefe. ConArc Typ 3: 145–260 mm. L-Konsolen: 74–230 mm je nach Typ

3

Bekleidung wählen

Material bestimmt Profilabstände, Fix-/Gleitpunkte und Befestigungsart (sichtbar / verdeckt)

4

System konfigurieren

Im Fastening57-Konfigurator alle Parameter eingeben — passende Wandhalter und Profile werden vorgeschlagen

5

Bestellen & montieren

Direktbestellung, Lieferzeit 5–10 Werktage, alle Komponenten aus einer Hand

Befestigungssysteme

Fastening57-Systeme für jeden Untergrund

Je nach Untergrund und Wandabstand kommen unterschiedliche Wandhalter-Systeme zum Einsatz. Alle sind direkt über den Konfigurator planbar.

Das ConArc System — modulare Lösung für alle Untergründe

Das ConArc System von Fastening57 ist stufenlos verstellbar und deckt mit dem Typ 3 Wandabstände von 145 bis 260 mm ab. ConArc Twin und Single unterscheiden sich nicht nach Untergrund, sondern nach Profiltyp: Twin für KVH-Profile, Single für Aluminium-Profile — beide für alle Untergründe verfügbar.

Zum ConArc System →

🧱

Beton-Untergrund

  • Wandhalter mit Stahlbeton-Dübel
  • Hohe Lastaufnahme, tiefe Verankerung
  • Wandabstand 40–200+ mm
  • Fix- und Gleitpunkte integrierbar
  • Aluminium- und Stahlvarianten

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🏠

Mauerwerk

  • Für Vollziegel und Kalksandstein
  • Verzinkter Stahl mit Alu-Bogen
  • KVH 100/60 mm kompatibel
  • Gefluchtet und eben verarbeitbar
  • Neubau und Sanierung geeignet

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🪵

Holz / Fachwerk

  • Holzrahmenbau und Fachwerkwände
  • Direktverschraubung in Tragrippen
  • Diffusionsoffene Konstruktion möglich
  • Holz- und Aluminium-Profile
  • Für Neubau und Sanierung

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Häufige Fragen

VHF Fassade — Planungs-FAQ

Die wichtigsten Planungsfragen zur vorgehängten hinterlüfteten Fassade — direkt beantwortet mit konkreten Werten.

Was bedeutet „vorgehängte hinterlüftete Fassade“ (VHF)?
Bei einer VHF wird die Fassadenbekleidung mit einem definierten Abstand zur Wand befestigt. Der hinterlüftete Luftspalt muss nach DIN 18516-1 mindestens 20 mm breit sein und einen Lüftungsquerschnitt von 200 cm²/m (2 cm²/cm) aufweisen. Das ermöglicht das Austrocknen von Feuchtigkeit und schützt die Konstruktion dauerhaft.
Welche Norm gilt für vorgehängte hinterlüftete Fassaden in Deutschland?
Die maßgebende Norm ist DIN 18516-1 (Stand 2024). Sie regelt u.a. den Mindestlüftungsquerschnitt. ETAG 034 ist ausgelaufen und wurde ersetzt durch: EAD 090062 (gesamte VHF), EAD 330284 (Kunststoffdübel Beton/Mauerwerk), EAD 330076 (Injektionsanker Mauerwerk) und EAD 330232 (Metallanker Beton).
Wie groß muss der Hinterlüftungsquerschnitt bei einer VHF sein?
Nach DIN 18516-1 muss der Luftspalt mindestens 20 mm breit sein. Der Lüftungsquerschnitt beträgt bei 20 mm Spaltbreite mindestens 200 cm²/m (bzw. 2 cm²/cm). Bei größeren Spalten erhöht sich der Querschnitt entsprechend.
Was ist der Unterschied zwischen VHF und WDVS (Wärmedämm-Verbundsystem)?
Beim WDVS wird die Dämmung direkt auf die Wand geklebt und verputzt — kein Luftspalt. Die VHF hat eine hinterlüftete Schicht zwischen Dämmung und Bekleidung. Die VHF ist technisch aufwendiger, aber feuchterobuster, langlebiger und gestalterisch vielfältiger.
Welche Wandabstände sind bei VHF-Unterkonstruktionen üblich?
Das hängt vom System ab: ConArc Typ 3 deckt 145–260 mm stufenlos ab. L-Konsolen realisieren je nach Typ 74–230 mm, sind aber auf ca. 30 mm Verstellbereich limitiert. ConArc Twin oder Single richtet sich nicht nach dem Untergrund, sondern nach dem Profiltyp: Twin = KVH-Profil, Single = Aluminium-Profil.
Welche Bekleidungsmaterialien sind für VHF-Fassaden geeignet?
Nahezu alle Außenwandmaterialien sind möglich: HPL-Platten, Faserzement, Naturstein, Keramik, Aluminium-Kassetten, Holz, Trapezblech und Solarmodule. Das Bekleidungsmaterial bestimmt die Profilabstände, Fix-/Gleitpunkte und die Befestigungsart.

VHF-Projekt konfigurieren

Untergrund, Wandabstand und Bekleidungsmaterial eingeben — das passende System mit allen Komponenten in Sekunden.

Konfigurator starten →